Sunday Soulfood Vergangenheit

Sunday Soulfood: Eine Reise in die Vergangenheit

Es stand schon lange auf meiner To-Do Liste und irgendwie schob ich es schon seit Monaten vor mir her. Denn ich bin ein Meister im Prokrastinieren. Aber jetzt musste es endlich mal wieder erledigt werden: die Daten sämtlicher Devices wollten gesichert werden. Dafür hatte ich mir vor einigen Jahren extra mal eine externe Festplatte zugelegt. Auf dieser Festplatte befinden sich Daten und Erinnerungen der letzten 10 Jahre, also gefühlt meines halben Lebens. Unterlagen vom Studium, Dokumente und eben jeder Menge Fotos.

Immer wenn ich diese Festplatte hervorkrame fühlt es sich beinahe so an, als ob ich eine riesige, verstaubte Box mit Erinnerungen aus der hintersten Ecke einer Schublade hervorkrame. An manchen Tagen hole ich die Box gerne heraus und wühle in der Vergangenheit und dann gibt es diese Tage, an denen ich mich emotional einfach nicht stark genug dafür fühle. Heute war also wieder einer dieser Tage, an dem ich einfach nicht dran herum kam, diese Box hervorzuholen. Ich hätte natürlich einfach nur die Daten rauf spielen, die Festplatte von meinem Computer trennen und wieder verstauen können. Aber irgendwie geht das nicht. Immer wenn ich die Festplatte am Computer angeschlossen habe, muss ich mir auch die alten Bilder mal wieder ansehen. Also begann ich damit mich durch meine Vergangenheit zu klicken: Bilder aus den Jahren 2006, 2009, 2012, 2014. Bilder aus der Schulzeit, Bilder von Urlauben, vergangener Erlebnisse. Bilder von Freundschaften und vergangenen Lieben. Wo war nur all diese Zeit geblieben?

Während ich mich so durch die verschiedenen Phasen meines Lebens klicke, kommt es mir beinahe so vor, als wäre es gestern gewesen. Ich sehe mir die Bilder an und meine Gefühle, meine Gedanken, meine Ängste, alles ist irgendwie wieder da. Beinahe greifbar. Grundsätzlich bin ich sogar ziemlich im Reinen mit mir und meiner Vergangenheit. Ich hadere nicht mit ihr. Ich habe sie akzeptiert und eigentlich schon mein ganzes Leben lang versucht den Fokus immer nach vorne zu richten. Doch es gibt eben diese Momente. Diese Tage, an denen sich ein leises Gefühl von Wehmut in mir breit macht. Tage, an denen Zweifel über meine Entscheidungen laut werden. Hatte ich richtig gehandelt? Aber was wäre gewesen, wenn ich… ? Wer wäre ich heute, wenn ich damals…. ? Und wo wäre ich? Fragen über Fragen. Und die Antwort darauf? Nun denn, die gibt es wohl nicht. Die Antworten auf diese Fragen sind reine Mutmaßungen, Spekulationen und Vorstellungen. Meine Mama meint immer zu mir: „Hätte, hätte, Fahradkette!“

So oft im Leben stehen wir an einer Weggabelung. Die Entscheidung zu treffen, ob man sich für den linken oder den rechten Weg entscheidet, stellt uns so manches Mal vor schwere Entscheidungen. Im Nachhinein erscheinen Dinge oftmals glasklar. Man ist froh darüber, den Weg eingeschlagen zu haben oder realisiert, dass man sich doch falsch entschieden hat. Die Kunst ist wohl, dass man den Blick auf die Realität nicht verliert und mit sich selbst und den getroffenen Entscheidungen im Reinen ist. Auch wenn es so scheint, dass die Entscheidung die Falsche war. Ich denke es ist wichtig, den Glauben daran zu haben, dass am Ende des Tages alles seinen Sinn ergibt. Man muss gewisse Dinge erleben, um später anders handeln zu können. Denn all diese Erlebnisse, Begegnungen, Gefühle und Erfahrungen machen aus uns die Person, die wir heute sind. Auch wenn man meint, auf gewisse Erfahrungen hätte man irgendwie auch verzichten können, gehören sie dazu. Die Positiven und die Negativen, die Guten und die Schlechten.

Beitragsbild via Unsplash

6 Kommentare
  • Eva Maria
    Veröffentlicht am 18:53h, 31 Januar Antworten

    Sehr schöner, bewegender Text, kann mich gut in deine Gedanken hineinfühlen. Manchmal glaube ich, alles hat schon seine Berechtigung, dass es so gekommen ist 🙂

    http://www.thesophisticatedsisters.com/

    • Sarah
      Veröffentlicht am 11:54h, 01 Februar Antworten

      Danke Eva Maria. Ja da hast du wohl Recht 🙂
      Bis bald, glg Sarah

  • Who is Mocca?
    Veröffentlicht am 21:46h, 01 Februar Antworten

    Ich habe auch erst vor ein paar Tagen alte Bilder durchgeschaut. Da sieht man mal, was man in einer relativ kurzen Zeit schon alles erlebt und man sich selbst verändert hat!
    Und ohne die falschen Entscheidungen im Leben, wären wir nie auf den richtigen Weg gekommen! 🙂

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com

    • Sarah
      Veröffentlicht am 21:58h, 01 Februar Antworten

      Stimmt, das hast du schön formuliert 🙂

  • FashionqueensDiary
    Veröffentlicht am 17:06h, 11 Februar Antworten

    Sehr schöner Beitrag und ich denke dass ist auch der Grund, warum man so vieles in seinem Leben auf Bildern festhalten sollte – um sich daran erinnern zu können, wie schön, aufregend und turbulent das eigene Leben doch ist 😉

    LG

    • Sarah
      Veröffentlicht am 23:10h, 11 Februar Antworten

      Stimmt, ich sehe das auch so 🙂 Leider zu schade, dass man die digitalen Bilder so selten hervorholt 🙂
      Bis bald,
      alles Liebe,
      Sarah

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