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Soulfood: Wie viel Nähe ist eigentlich gesund?

Seit einigen Tagen spukt in meinem Kopf die Aussage herum, dass zuviel Nähe für keine zwischenmenschliche Beziehung gesund sein kann. Dieser Gedanke lässt mich seit einiger Zeit nicht mehr so richtig los. Und immer öfter fällt mir auf, dass ich dem zum Teil beipflichten muss. Egal ob Familie, Freunde oder Partner, wenn man sich gegenseitig den Freiraum nimmt, dann wird die zwischenmenschliche Beziehung zum Krampf. Kleinigkeiten gehen einem auf den Zeiger und man weiß die Anwesenheit des anderen nicht mehr so wirklich zu schätzen.

Die Krux an der Sache ist aber eigentlich die, dass der Mensch als solches nicht dafür gemacht ist alleine zu sein. Wer ist schon gerne einsam? Abgesehen von kurzen Auszeiten, oder etwas Me-Time, wie ich es gerne nenne, ist der Mensch ein Rudeltier. Wir suchen uns einen Partner mit dem wir eine Familie gründen und uns fortpflanzen wollen. Wir suchen uns ein Leben lang Verbündete, mit denen wir Freude, Trauer und Emotionen teilen können. Soweit so klar. Liebreizend-Naehe-Freundschaft-Distanz-Sunday-Soulfood-Gedanken-Kolumne

Doch wie viel Nähe erträgt der Mensch nun eigentlich?

Am Anfang einer neuer Liebe wünscht man sich eigentlich nichts sehnlicher als Tag und Nacht mit seinem Partner zu verbringen. Das Gefühl von Verliebtheit lässt einen kaum einen klaren Gedanken fassen und man kann es kaum ertragen getrennt voneinander zu sein. Oftmals müssen sich Freunde und Familie hinten anstellen und die Verliebten ihre rosarote Brille genießen lassen. Doch dieser Zustand vergeht. Manchmal schneller als einem lieb ist und auf einmal nerven einen viele Kleinigkeiten, die man anfangs noch als liebe Marotten ganz süß fand. Und irgendwie dasselbe ist es auch mit Freundschaften. Sie sind wie ein zartes Pflänzchen, welche gehegt und gepflegt gehören. Aber zwischendurch immer wieder in Ruhe gelassen werden müssen, um in Frieden wachsen und gedeihen zu können.

Wie schafft man nun also den emotionalen Spagat zwischen Nähe und Distanz? Im Grunde geht es doch darum, dass man keine zwischenmenschliche Beziehung und keinen Menschen als selbstverständlich ansieht. Egal ob Freunde, Familie oder Partner – fehlt der Respekt und die damit einhergehende Wertschätzung, dass diese Person Teil des eigenen Lebens ist, zerbricht die Beziehung und geht letzten Endes wohl irgendwie auch daran kaputt. Vielleicht liegt die Kunst darin sich immer auch irgendwie sein eigenes Leben zu bewahren. Trotz Beziehung, Freundschaft und Familie immer auch eigene Interessen und Hobbies zu haben, die einen glücklich und zufrieden machen. Aber wiederum die gemeinsame Zeit mit einer anderen Person als kostbar zu schätzen wissen.

Wie seht ihr das mit der Nähe und Distanz?

Bilder via Unsplash

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