Alpine Life: Eine Nacht im Schnee auf 2400 Metern

Alpine Life: Eine Nacht im Schnee auf 2400 Metern

Wie kommt man eigentlich prinzipiell auf die Idee im Winter bei gut -15 Grad auf über 2.400 Metern zu schlafen? Eine gute Frage, die mir in den vergangenen Tagen des öfteren gestellt wurde. Ich glaube so richtig erwischt hat es mich als ich die Aufnahmen aus dem Skifilm meines Freundes zum ersten Mal gesehen habe. Damals schon habe ich mir gedacht, dass ich das auch super gern mal ausprobieren möchte. Als er mich dann im Sommer zum erstem Mal mitnahm und wir gemeinsam am Berg biwakierten, war es wohl um mich geschehen. Ich glaube, es gibt kaum etwas Magischeres, als in einem Schlafsack gewickelt in der Natur zu liegen und die Sterne zu beobachten (ohne Zelt versteht sich ;).

Das Ganze im Winter ist allerdings schon eine ganz andere Nummer und ehrlich gesagt, hätte ich nicht gedacht, dass es so kalt sein würde. Ich möchte gleich vorweg nehmen, dass wir natürlich entsprechend ausgerüstet waren. Ein Zelt, gute Isomatten, entsprechende Schlafsäcke mit Komfortzonen um die -15 Grad sind absolut notwendig um solche Aktionen machen zu können. Ansonsten ist so eine Tour alles andere als lustig.

Eine Nacht im Schnee

Wer meine Instagram-Stories verfolgt, konnte ein wenig mitverfolgen wie chaotisch alles begann. Eigentlich war die Tour schon für einen Tag eher geplant, allerdings hatte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Sonntag Morgen mussten Stefan und ich beide noch ein wenig arbeiten und wollten dann “gemütlich” die Bahn nehmen, um uns so einen großen Teil des Aufstiegs zu ersparen. Die letzte Bahn fährt immer um 16.00 Uhr und natürlich hatten wir völlig die Zeit übersehen. Wir kamen in den Stress unseres Lebens. 2 Minuten vor 16.00 Uhr sah man uns wohl mit zwei riesigen Rucksäcken zur Bahn sprinten. Stefan und ich sind in dieser Beziehung beide so extremst chaotisch, dass wir zwischendurch einfach so über uns selbst lachen mussten. Die erste Hürde hatten wir dann ja schon mal geschafft, nun waren die letzten gut 400 Höhenmeter bis zum Gipfel noch zu überwinden.

Ein Sonnenaufgang hoch über dem Nebel

Der Aufstieg gestaltete sich relativ problemlos (zumindest für Steff), mir machte der schwere Rucksack gerade bei den Spitzkehren ein wenig zu schaffen 😉 Endlich angekommen am Gipfel zog auch schon richtig Nebel auf und es wurde auch bereits dunkel. Wir bauten nur noch schnell das Zelt auf und wenige Minuten später lag ich schon eingemummelt (und frierend) in meinem Schlafsack. Nach rund 4 Stunden hatte ich endlich warme Füße im Schlafsack bekommen. Haken an der Sache war allerdings, dass ich genau zu diesem Zeitpunkt das Naturklo aufsuchen musste. Weitere 4 Stunden später war mir wieder warm.

Würde ich nun behaupten, ich hätte super geschlafen und die Nacht war erholsam, ich würde euch glatt ins Gesicht lügen. Gefühlt habe ich so gut wie nicht geschlafen. Um kurz vor Mitternacht kamen dann ziemlich starke Windböen auf, die immer wieder heftig am Zelt rüttelten. Irgendwann mitten in der Nacht drehte sich Steff zu mir und meinte so: “Ich hab dir wohl verschwiegen, dass man nicht besonders gut schläft.” 😉 Ähm ja, das hatte er. Aber darum ging es ja am Ende nicht. Wir hofften doch das der Wind den Nebel vertrieb und wir einen unvergesslichen Sonnenaufgang erleben.

Und genau so war es auch. Um kurz vor halb 7 klingelte unser Wecker und ich sag euch, diese Bilder werde ich, glaub ich, so schnell nicht mehr vergessen. Innsbruck lag noch unter einer dicken Nebelschicht verborgen, die sich wie kleine Wattebäusche über die Stadt gelegt hatten. Darüber war es sternenklar. Keine Wolke am Himmel und so langsam färbte sich das Licht rund um die Gipfel blutrot. Ich denke die Bilder sprechen für sich und für mich war es ein unvergessliches Erlebnis.
Wobei ich sagen muss, diesen Winter werde ich wohl nicht mehr am Berg schlafen oder zumindest nicht im Zelt und falls doch würde ich eine Wärmflasche mit auf den Berg schleppen. 😉

 

4 Kommentare

  1. Gitte
    25. Februar 2018 / 11:03

    Ein toller Beitrag mit herrlichen Aufnahmen. Super

  2. Helmut
    6. März 2018 / 17:10

    Wow super Beitrag ein gigantisches Video und unheimlich schöne Fotos ❄️❄️??????

    • Sarah
      Sarah
      Autor
      7. März 2018 / 11:35

      Vielen Dank, Helmut – das freut mich sehr 🙂

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