Und auf einmal wurde es still…

Und auf einmal wurde es still…

In den vergangenen Tagen hab ich mich zurück gezogen. Keine Instagram Stories, keine Posts, kein Social Media. So gut es ging bewältigen wir den Alltag, stehen einander bei und ein Gefühl überwiegt: Schmerz. Der Gedanke, dass du diese Welt nun endgültig verlassen hast, fühlt sich noch völlig absurd an. Wir verstehen noch nicht was es genau bedeutet. Was es heißt, wenn es diesen Platz, wo wir dich immer fanden, nicht mehr gibt.

Auf der einen Seite bin ich tief traurig, auf der anderen Seite gibt es da auch eine Stimme der Vernunft. Eine Stimme, die mir leise zuflüstert, dass dies der Lauf des Lebens ist und dass der Tod nun eben auch zu diesem Leben dazu gehört.

Ich bin so unglaublich stolz auf die Dinge, die du erreicht hast in deinem Leben. Dein Kämpferwille, dein Mut und deine Liebe für diese große Familie, die du zusammen gehalten hast, spornen mich an. Krieg, Armut, Trauer, Liebe – dein Leben war bewegt und doch weiß ich, wie sehr du es geschätzt hast. Wie gern du auf dieser Erde warst. Und manches Mal wünsche ich mir, ich hätte mir öfter die Zeit genommen deinen Geschichten von damals zu lauschen und sie in mir aufzusaugen.

Mir wird auch wieder klar, dass das Leben keine Selbstverständlichkeit ist. Jeder von uns wird irgendwann auch die Augen schließen, wir wissen zum Glück nur nicht wann. Das Leben ist zu kurz und zu kostbar, um es mit sinnlosen Streitereien, Unzufriedenheit oder unwichtigen Kleinigkeiten zu verbringen. Aus einem “später” kann ganz schnell ein “nie” werden. Und aus gemeinsamer Zeit bleibt irgendwann nur noch die Erinnerung daran übrig.

Die Tränen kullern mir über die Wange während ich diese Zeilen tippe, aber gleichzeitig bin ich auch so unendlich dankbar für die gemeinsame Zeit, für die Momente, die wir hatten und die Erinnerung daran bringt uns bereits heute zum Lachen. Deine Sprüche, deine Sager, dich – wir werden es nie vergessen.

Oma, wir werden dich vermissen.

Credit: Selina Flasch Photography 

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12 Kommentare

  1. Susanna
    14. März 2018 / 12:07

    Liebe Sarah,

    Mein aufrichtiges Beileid an dich und an deine Familie.
    Sehr schön geschrieben und sehr schöne Worte!

    Ich denke an euch,
    Alles Liebe Susanna

  2. Anja
    14. März 2018 / 12:28

    drück dich 😘😘😘

  3. 14. März 2018 / 14:57

    Liebste Sarah…
    auch mir sind gerade die Tränen gekommen. Mein Beileid! Vor einigen Jahren musste ich dasselbe mitmachen und los lassen, von einem Menschen, der ein so großer und wichtiger Teil meines Lebens war- auch meine Omi…!

    Nimm dir die Zeit, die du brauchst liebe Sarah!
    Bin in Gedanken bei dir!

    Alles, alles Liebe aus Kärnten und ganz viel Kraft und Zusammenhalt für deine Familie!!!

    • Sarah
      Sarah
      Autor
      15. März 2018 / 17:05

      Oh danke liebe Bianca für deinen lieben Kommentar – ich bin richtig gerührt.
      Bis hoffentlich ganz bald, alles Liebe Sarah

  4. Steff
    14. März 2018 / 19:30

    ❤️

  5. 15. März 2018 / 9:16

    Ach Sarah, ich versteh leider zu gut, wovon du schreibst… meine Oma ist im November gestorben und obwohl es absehbar war, dass sie gehen muss, wars für mich wahnsinnig schwer… Mir hats damals auch den Boden unter den Füßen weggezogen und ich muss ehrlich sagen, dass ich mich selbst jetzt noch ganz oft in Situationen erwische, wo ich mir denke “Das muss ich der Oma erzählen”… und dann draufkomme, dass sie nicht mehr ist 🙁
    Aber irgendwie ist sie seitdem viel mehr bei mir – und nachdem mir irgendwas gut gelungen ist oder ich einfach glücklich bin, schau ich zum Himmel rauf und grinse…
    Hab selbst als Kind nie was mit den Worten “Der oder die ist jetzt im Himmel” anfangen können… jetzt auf einmal schon 🙂
    Ich wünsch dir alles alles Gute und wirklich viel Kraft für die nächste Zeit… denk immer an die schönen Erinnerungen zurück, die kann dir keiner mehr nehmen!

    Alles Liebe, Katii – Süchtig nach…

    • Sarah
      Sarah
      Autor
      15. März 2018 / 17:07

      Danke Katii,
      ja es tut einfach weh und ich glaub, ich hab es immer noch nicht ganz verstanden. Aber eben ich bin mir auch sicher, dass man sich irgendwann wieder trifft und bis dahin passen sie auf uns auf.
      Fühl dich gedrückt,
      alles Liebe,
      Sarah

  6. 15. März 2018 / 11:31

    Mein herzliches Beileid dir und deiner Familie! Hab direkt ein Tränchen verdrückt, als ich deine schönen Zeilen gelesen hab. Leider hab ich meine beiden Omas nie wirklich kennengelernt, deshalb kann ich nicht mitreden, aber ich glaub deine Oma ist sehr stolz auf dich. Und irgendwann siehst du sie wieder.

    • Sarah
      Sarah
      Autor
      15. März 2018 / 17:07

      Danke liebe Manuela für die aufrichtigen Worte 🙂

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