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Sunday Soulfood: Time for Change

Dieser Beitrag liegt nun schon seit mehreren Wochen in der Liste meiner Entwürfe. Immer wieder habe ich begonnen diese Zeilen zu tippen, allerdings hab ich es nie geschafft mich endlich zu überwinden ihn auch wirklich fertigzustellen. Auch heute muss ich mich regelrecht zwingen endlich sitzen zu bleiben und nicht ständig wieder von vorne zu beginnen. Aber ich denke ich bin es euch schuldig bzw. möchte ich auch einfach gerne ein kleines Update geben, was sich im Moment so bei mir tut. Aber der Reihe nach.

Ziemlich genau vor einem Jahr habe ich die letzte Prüfung auf der Uni absolviert und ich konnte es kaum fassen, dass ich es endlich geschafft hatte auch mein zweites Studium erfolgreich zu beenden. Bereits im vergangenen Jahr war ich das eine oder andere Mal an meine Grenzen geführt worden (in diesem Beitrag erzähle ich ein wenig davon), doch ich hatte es letzten Endes geschafft die Blockaden in meinem Kopf zu lösen und mein Ziel erreicht. Also kehrte ich mit Anfang Oktober wieder in die Agentur zurück und ich kann mich noch so gut daran erinnern, mit welcher Motivation und welchem Tatendrang ich mich ans Werk machte. Der Agenturalltag ist nicht immer leicht und zwischendurch doch sehr herausfordernd, aber im Grunde freute ich mich über jede neue Herausforderung, denn ich wusste sie bringt mich wieder einen guten Schritt voran.
Allerdings machte sich gegen Ende des Jahres erste Erschöpfung in mir breit und ich weiß noch gut, wie sehr ich mich auf die Weihnachtspause und den Jahreswechsel freute. Rund um den Blog wurde es (Gott sei Dank) auch nicht ruhiger und ich durfte bereits zu Beginn des Jahres an einigen spannenden Herausforderungen arbeiten. Und so flogen die Wochen und Monate nur an mir vorbei. Ich arbeitete viel in der Agentur, versuchte irgendwie den Blog weiter zu entwickeln und merkte aber gleichzeitig wie die Unzufriedenheit in mir immer größer wurde.

Unsere Reise nach Sri Lanka Mitte Mai diesen Jahres wurde dann irgendwie zu meinem Rettungsanker. Ich weiß noch, wie ich mir vorher immer wieder selbst gut zuredete und mich versuchte davon zu überzeugen, dass ich einfach urlaubsreif sei und ich einfach nur eine kurze Pause bräuchte. Der Urlaub war wunderschön und nach ein paar Tagen hatte ich auch das Gefühl ein wenig abschalten zu können und es stellte sich wirklich Urlaubsfeeling ein. Wir surften, schliefen viel und lagen einfach auch nur am Strand unter einer Kokospalme und genossen den Tag.

Als ich zurück kam ging es im gleichen Tempo weiter oder sogar noch ein wenig mehr. Einige Projekte waren zum Finalisieren und zwei Wochen nach dem Urlaub fühlte ich mich gleich wie vorher. Ich war müde, lustlos und einfach ausgelaugt. Immer wieder gab es Situationen an denen ich einfach ohne wirklichen Grund hätte losheulen können. Ich hatte meine Emotionen einfach nicht wirklich im Griff. Zeit für mich gab es eigentlich gar keine mehr. Ich versuchte einfach nur noch das Pensum zu bewältigen, Freunde und Familie beschwerten sich auch immer öfter, dass ich keine Zeit habe bzw. mir wenig Zeit nehme und ich hatte das Gefühl in meinem Hamsterrad zu rennen, aber einfach nicht ans Ziel zu kommen.

Und während ich auf Instagram jeden Tag Urlaubsbilder oder tolle Bilder vom See postete und ich Kommentare erhielt wie „Sag mal, musst du denn überhaupt arbeiten oder liegst du eigentlich nur noch am See in der Sonne?!?“ fühlte ich mich immer leerer, immer müder. Mir ist es gerade in diesem Beitrag auch nochmal wichtig zu betonen, dass Social Media NICHT das wahre Leben ist! Ich weiß diesen Satz liest man nur allzu häufig und ich bin mir sicher, dass jeder von uns das tief drinnen auch wirklich weiß, aber wir glauben letztlich doch eher das was wir sehen.

Teilweise erkannte ich mich selbst nicht mehr wieder. Wenn ich gefragt wurde, wie es mir geht, war ich teilweise nur am Meckern und Mosern und ich konnte mir selbst einfach nicht mehr zuhören. Ich konnte mein eigenes Gejammer nicht mehr ertragen und ich mochte diesen Menschen, der aus dem Spiegel zurückblickte teilweise einfach nicht mehr. Und als mir mein Körper endgültig das Zeichen gab, dass ich besser von jetzt auf gleich die Notbremse ziehen sollte, stand mein Entschluss fest. Ich kündigte meinen sicheren Vollzeitjob ohne zu wissen wie es weiter gehen wird.

Und plötzlich saß ich da und begann alles in meinem Leben in Frage zu stellen. Hätte ich besser mein Studium schneller durchgezogen. Wäre ich doch nochmal ins Ausland gegangen. Hätte, hätte, hätte. Und doch wusste ich im Grunde bereits in dem Moment als ich die Kündigung aussprach, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Es fiel in diesem Moment einfach so enorm viel von mir ab und ich fühlte mich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder leicht. Hermann Hesse sagt, dass jedem Anfang ein Zauber inne wohnt. Das stimmt. Und doch waren die letzten Monate nicht gerade einfach. Zum einen weil ich meinen Job noch so gut es ging und vor allem sauber abschließen wollte, zum anderen weil es für mich doch ein Schritt in die Ungewissheit war. Immer wieder kamen Zweifel auf, ob es letztendlich klug gewesen war einfach so den Job aufzugeben, ohne genau zu wissen, wie es jetzt weiter geht.

Heute bin ich froh diese Entscheidung so getroffen zu haben. Ich bin davon überzeugt, dass sich manche Dinge erst entwickeln können, wenn man sich traut loszulassen und es wagt einfach mal einen Schritt ins Ungewisse zu machen. Obwohl sich die kritischen Stimmen in meinem Kopf auch jetzt noch immer wieder zu Wort melden und mir meine eigenen Zweifel schmerzlich vor Augen führen, weiß ich tief in mir drinnen trotzdem in welche Richtung es gehen wird. Ich kann es kaum erwarten in den nächsten Wochen und Monaten loszulegen und freu mich einfach auf das was kommt.

Und am Ende des Tages bin ich mir sicher, dass ich lieber irgendwann mal sagen werde, ich hab es versucht, anstelle von, was wäre gewesen wenn…

Credits: Malcolm Kessler 

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10 Comments

  • Reply
    Christina
    29. Oktober 2017 at 19:07

    Liebe sarah ! Ich kann mich so gut in sich hinein versetzen…. Bin stolz auf dich und deine Entscheidung – du ermutigst viele dazu auch einmal etwas zu riskieren – von nix kommt nix und wer nicht wagt der nicht gewinnt 🙌🏻✨ viele Bussis aus Salzburg
    Christina
    http://www.twentythreetimezones.com

    • Sarah
      Reply
      Sarah
      29. Oktober 2017 at 23:50

      Danke Christina für deine lieben Worte und du hast vollkommen Recht. Am Ende kommt wahrscheinlich alles so, wie es kommen soll. Ich drück dich, bis ganz bald <3

  • Reply
    Susanna
    30. Oktober 2017 at 7:08

    Liebe Sarah,
    Richtig schöne Worte die du nun schlussendlich für deinen Beitrag gefunden hast.
    Ich beneide dich für deinen Mut, bin froh, dass es dir wieder besser geht & wünsche dir eine tolle, erfolgreiche Zukunft!

    Dicker Kuss & bis bald, Susanna

    • Reply
      Brigitte Schwarz
      31. Oktober 2017 at 14:04

      Liebe Sarah,
      Hut ab vor deinem Mut. Wie heisst es doch: No risk no fun.
      Ich hin ganz sicher, dass dir dieser Sprung gelingen wird.
      Viel Erfolg
      Brigittchen

      • Sarah
        Reply
        Sarah
        31. Oktober 2017 at 16:22

        Liebe Gitte, danke für deinen tollen Kommentar. Ich hab dich lieb <3

    • Sarah
      Reply
      Sarah
      31. Oktober 2017 at 16:23

      Danke Susanna – freut mich sehr 🙂 Dicker Schmatzer

  • Reply
    AS
    30. Oktober 2017 at 7:09

    Schöne Geschichte die jeder von uns kennt bis zum gewissen Grad – aber gerade im Ungewissen und an den Fehlern die sich da mehren wird man wachsen. Alles Gute – and keep going

    • Sarah
      Reply
      Sarah
      31. Oktober 2017 at 16:22

      Danke für deine lieben Worte 🙂

  • Reply
    Linda
    4. November 2017 at 17:35

    Sind stolz auf dich dass diesen Schritt gewagt hast! Bussi

    • Sarah
      Reply
      Sarah
      5. November 2017 at 10:31

      Danke Lindi <3

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