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„Laufen für all jene, die es nicht können“ – unter diesem Motto findet heuer bereits zum dritten Mal der Wings for Life World Run an 34 verschiedenen Orten rund um den Globus statt. Gemeinsam mit Basefive trainiere ich seit ein paar Wochen nun auf den Lauf, um mich optimal darauf vorzubereiten.

Wings for Life World Run 2016

Zeitgleich in 34 Ländern auf der ganzen Welt nehmen am 8. Mai Tausende Läufer am Charity Lauf teil, um Kilometer für den guten Zweck zu sammeln. Das besondere an diesem Volkslauf ist, das sowohl Athleten und Hobbysportler daran teilnehmen können. Es geht nicht darum eine vorgegebene Distanz zu laufen, wie bei den meisten anderen Rennen, sondern solange zu laufen wie man kann oder bis einen das Catcher Car einfängt. Alle Läufer starten zeitgleich los und nach 30 Minuten beginnt ein Auto damit die ersten Läufer einzuholen. Wurde man vom Auto überholt ist der Lauf für einen beendet. Das gesamte Startgeld fließt zu 100 Prozent in die Wings for Life Stiftung, die 2004 von Motorcross-Weltmeister Heinz Kinigadner und Red-Bull Chef Didi Mateschitz ins Leben gerufen wurde. Die Stiftung wurde gegründet, um die Forschung zur Heilung von Rückenmarkserkrankungen finanziell zu unterstützen und Aufmerksamkeit für die Probleme von körperlich eingeschränkten Personen zu generieren.

Warum ich dabei sein möchte

Ich hatte mich eigentlich nie so wirklich mit dem Thema Querschnittslähmung beschäftigt gehabt. Warum auch. Glücklicherweise wurde meine Familie, aber auch mein Bekanntenkreis von einem derartigen Schicksal verschont. Weshalb ich eigentlich nicht wirklich mit dem Thema in Berührung gekommen war. Bis zum Dezember 2010. Ich erinnere mich, dass ich gerade am Heimweg von einem Volleyballspiel war. Es war Samstag Abend und meine beste Freundin und ich saßen noch im Auto vor unserem Haus und hatten uns mal wieder völlig verquatscht. Eigentlich rief ich nur kurz meine Mutter an, um ihr mitzuteilen, dass ich eh bald heimkommen würde. Ich merkte ihr am Telefon an, dass sie doch ziemlich aufgeregt war. Auf meine Frage, was denn los sei, meinte sie nur, „Wetten dass…“ wurde abgebrochen, dort sei ein schrecklicher Unfall passiert. Im ersten Moment dachte ich mir nicht allzu viel dabei, verabschiedete mich von meiner Freundin und ging dann doch langsam mal nach oben. Im Laufe des Abends verfolgten wir immer wieder die Berichterstattung zum Unfall und ich konnte spüren, dass das Thema meine ganze Familie nicht ganz los lassen wollte. Ein paar Tage später bestätigte sich der schreckliche Verdacht: Samuel Koch würde querschnittgelähmt bleiben und wohl nie wieder laufen können. Ehrlich gesagt, schockte mich die Meldung zutiefst. Ich weiß nicht, ob ihr dieses Gefühl kennt, man kennt eine Person eigentlich gar nicht, wusste bis zu einem gewissen Zeitpunkt nicht mal über dessen Existenz und plötzlich macht einen das Schicksal dieser Person so betroffen, als wäre es sein eigenes? Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich dieses Gefühl auch beim Unfall von Matthias Lanzinger, dem man nach einem Sturz den Unterschenkel amputieren musste.

Und dann gab es da diesen einen Tag im November 2013, an dem sich mein Leben schlagartig hätte ändern können. Nachdem ich meine Volleyball Karriere an den Nagel gehängt und wieder Zeit für andere Sportarten hatte, beschlossen meine beiden Schwestern und ich wieder mit dem Turnen anzufangen. Wir suchten uns einen lokalen Turnverein und besuchten einmal pro Woche das Training. Die Leute waren super cool und wir hatten richtig Spass daran die alten Übungen wieder aufzufrischen. Aus einer Tollerei heraus entstand die Idee, Sprünge mit dem Trampolin auf einen Weichboden zu machen. Zuerst nur die einfachen Sachen und später dann auch Salti und kompliziertere Sprünge. Irgendwann meinte unser Trainer: „Hey Sarah, häng doch mal ne Schraube an den Salto dran.“ Klar, dachte ich, kein Problem das wollte ich eh schon immer mal können. Kurzes Trockentraining am Boden und schon stand ich wieder in der Schlange. Ehe ich mich versah, nahm ich richtig Anlauf und sprang ins Trampolin. In der Luft hatte ich irgendwie vergessen, wie ich die Bewegung ausführen sollte, verlor die Kontrolle und stürzte Kopf voraus in den Weichboden. Meine gestreckten Beine klappten einfach entgegen meines Kreuzes drüber hinweg. Die nächsten Sekunden erlebte ich wie in Zeitlupe. Ich spürte sofort einen stechenden Schmerz an meiner Wirbelsäule und konnte im ersten Moment nicht mehr atmen. Mein erster Gedanke war: „Scheiße Sarah, jetzt hast es verbockt, jetzt gehts dir wie dem Samuel.“ Im nächsten Augenblick versuchte ich meine Zehen zu bewegen. Es klappte. Ich konnte nicht mehr. Der Schmerz im Rücken, ich bekam immer noch kaum Luft und begann ich zu hyperventilieren. Meine Schwestern waren sofort zur Stelle und konnten mich beruhigen. Nach ein paar Minuten konnte ich wieder aufstehen, doch das beklemmende Gefühl etwas an der Wirbelsäule verletzt zu haben, blieb. Ich hatte Glück. Sehr großes Glück sogar. Ich hatte mir nichts gebrochen und wohl Gott sei Dank nur den Bandappart an der Lendenwirbelsäule verletzt. Mehrere Monate Physiotherapie und harte Arbeit an meiner Rückenmuskulatur später, kann ich heute wieder alles machen und bin völlig schmerzfrei.

Ich hatte einfach wahnsinnig großes Glück. Vielleicht kann man das nicht so ganz nachvollziehen und so manch einer, der extreme Sportarten ausübt wird sich denken, dass der Sturz halb so wild war und ist wahrscheinlich auch schon öfter so gestürzt. Aber für mich war dieses Erlebnis doch irgendwie einschneidend. Mir wurde zum allerersten Mal in meinem Leben bewusst, wie schnell sich ALLES verändern kann. Als junger Mensch macht man sich über die eigene Gesundheit kaum Gedanken. Man nimmt sie als gegeben an. Solange bis sich etwas ändert. Wenn ich heute über Schicksale, wie jenes von Kira Grünberg, Schwimmerin Vanessa Sahinovic oder Skispringer Lukas Müller lese, gefriert mir das Blut in den Adern und machen mich einfach nur unfassbar betroffen. Ich finde die Kraft und den Willen, die diese Menschen aufbringen und weitermachen einfach nur bewundernswert. Gleichzeitig erdet es mich so extrem und erinnert mich daran glücklich mit meinem Leben zu sein und die kleinen Wehwehchen oder Problemchen, die man hat nicht immer zu wichtig zu nehmen. Das Leben kann sich von einem Tag auf den anderen völlig verändern. Die Teilnahme am Wings for Life World Run ist für mich eine Herzenssache und gibt mir einfach ein gutes Gefühl die Stiftung selbst und die Forschung zur Heilung von Querschnittslähmung zu unterstützen.

Optimale Vorbereitung auf den Lauf mit Basefive

Da ich bekanntlich ja nicht die große Ausdauersportlerin bin und Laufen schon gar nicht zu meinen Paradedisziplinen gehört, möchte ich mich dementsprechend auf das Rennen vorbereiten. Seit einigen Wochen trainiere ich nun gemeinsam mit dem Team von Basefive, um optimal vorbereitet zu sein. Jeden Dienstag um 18:00 Uhr treffen wir uns vor dem Basefive in der Universitätsstraße in Innsbruck und laufen gemeinsam Richtung Tivoli, wo wir nochmals gezielt an unseren Laufskills arbeiten. Gemeinsam mit diesem Team werde ich auch am 8. Mai in München beim Wings for Life World Run an den Start gehen. Ich werde euch natürlich am Laufenden halten, wie es mir während der Vorbereitungszeit geht und wie viele Kilometer ich letztlich dann laufen werde.

Habt ihr nun Lust bekommen und wollt auch noch dabei sein? Dann meldet euch doch noch bei mir oder Phil von Basefive auf Facebook oder per E-Mail und werdet Teil unseres Basefive-Teams. Gemeinsam laufen für alle, die es nicht mehr können!

Credit: Un Attimo Photo

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