Wandern: Der Lago di Sorapis in Südtirol

Wandern: Der Lago di Sorapis in Südtirol

Ende September entschieden wir uns nochmals ein paar Tage auf Urlaub fahren zu wollen. Wie immer hatten wir im Vorfeld nichts gebucht und uns erstmal auch keine großen Gedanken über mögliche Destinationen gemacht. Nach langem Hin und Her stand dann aber fest: wir starten einen kleinen Roadtrip. Ich begann ein wenig zu recherchieren und stieß irgendwann auf den Lago di Sorapis in Südtirol. Als ich die atemberaubenden Bilder des milchig-türkisen Bergsees sah, war mir klar: da will ich hin. Und so starteten wir unseren kleinen, aber feinen Roadtrip in Südtirol in der Nähe von Cortina d’Ampezzo.

Wanderung zum Lago di Sorapis

Das Wetter war ursprünglich leider nicht besonders angesagt und kurz nachdem wir die Brenner-Autobahn bei der Ausfahrt Brixen verlassen hatten, zogen auch schon die erste Regenwolken auf. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für eine zweitägige Wandertour. Am Passo Tre Croci angekommen, begann es erstmal so richtig zu gewittern. Wir beschlossen das Wetter erstmal abzuwarten und notfalls sogar im Auto zu übernachten.

Aber nach einer guten halben Stunde lies der Regen nach und es schien so, als würde das Wetter nun halten. Wir entschieden also unsere Wanderung zum schönen Bergsee Lago di Sorapis zu starten und ließen das Auto am Parkplatz neben dem verlassenen Hotel am Passo Tre Croci stehen.

Wanderweg zum Lago di Sorapis

Vom Parkplatz aus geht man zuerst an der Kapelle vorbei und eine Zeit lang relativ eben durch den Wald. Nach dem Regen war die Stimmung im Wald ziemlich mystisch, der Nebel stieg aus dem Wald auf und so kurz vor Einbruch der Dunkelheit war es fast schon ein bisschen unheimlich. 😉  Nach einer guten halben Stunde wird der Weg steiler und man sieht bereits die mächtigen Flanken der Cime di Marcoira. Durch Schotterfelder gehts nochmals eine halbe Stunde hinauf. Und jetzt ratet mal, nach einiger Zeit begann es wieder zu tröpfeln und es sah so aus, als ob der nächste Guss kommen würde. Ich hätte einfach gerne an den Wiesen unterhalb der Schotterfelder das Biwak aufgeschlagen, aber mein Freund hatte da andere Pläne. Er hatte auf der Karte bereits den perfekten Spot für die Nacht auserkoren und ließ sich von seinen Plänen auch durch mein Gemotze und Gemaule nicht mehr abbringen. So stapften wir ohne ein weiteres Wort mit einander zu wechseln im strömenden Regen das steile Schotterfeld hinauf (die genaue Wegbeschreibung findet ihr auf der Bergwelten-Seite).

Biwak in den Dolomiten

Nach rund eineinhalb Stunden Wanderung erreichten wir dann endlich “den Spot”, wo das Lager für die Nacht aufgeschlagen werden konnte. Wir waren im ersten Moment zwar klitschnass, aber als ich endlich im warmen Schlafsack lag im Zelt lag und einfach nur dem Prasseln des Regens auf dem Zeltdach lauschte, konnte ich schon gar nicht mehr wütend sein. Wie vom Wetterbericht angesagt, war der Himmel ab ca. 23 Uhr sternenklar, was uns natürlich einen wunderschönen Sonnenaufgang versprechen würde.
Nach einer entspannten Nacht im Zelt klingelte gegen 6:30 Uhr der Wecker, gerade rechtzeitig um kurz vor Sonnenaufgang aus dem Zelt kriechen zu können. Der Sonnenaufgang war einfach magisch. Ganz alleine und einsam irgendwo in den Dolomiten der Sonne dabei zu zu sehen, wie sie sich über die mächtigen Berggipfel schiebt und so die Dunkelheit der Nacht endgültig verdrängt, war einer der schönsten Momente, die ich je erlebt habe.

Nach einem kurzen Frühstück bauten wir unser Lager ab und wanderten vorbei an schroffen Felswänden weiter in Richtung Lago di Sorapis.

Der Lago di Sorapis

Und dann lag er endlich vor uns: der wunderschöne Bergsee, der bereits aus der Ferne türkis leuchtet. Neben der Vandellihütte geht der Weg rechts weg in Richtung See. Wir erreichten den See gegen 8 Uhr morgens und waren neben einer Frau, die einzigen Menschen am See.

Der See ist wirklich ein Naturjuwel. Eingekesselt von den massiven Felswänden der Sorapis-Gruppe liegt der See ganz unscheinbar in dem Kessel. Die Spiegelung am See und die Stimmung ist einfach atemberaubend. Ich kann schon verstehen, warum aktuell so viele Menschen hin pilgern und sich den See auch außerhalb von Bildern ansehen wollen. Wir wanderten einmal rundherum um den See und konnten es natürlich auch nicht lassen auch kurz in den See zu gehen. Wobei es am frühen Morgen wirklich noch so kalt war, dass ich nicht weiter wie bis zu den Knien ins Wasser gehen wollte.

An manchen Stellen kann man die kalkhaltigen Quellen beobachten, die für die extreme Farbe des Sees verantwortlich sein dürften.

Fazit zum Lago di Sorapis – zahlt es sich aus?

In den vergangenen Wochen hatte ich immer wieder die Frage gestellt bekommen, ob es sich denn auszahlt zum Lago di Sorapis hinzufahren. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich finde JA. 
Wir hatten zwar wirklich das Glück, dass wir sehr früh dran waren und von daher zeitweise ganz alleine am See. Ende September, als wir da waren schafft es die Sonne erst gegen 10 Uhr am Vormittag über die hohen Gipfel der Sorapis-Gruppe. Pünktlich mit der Sonne wurde es dann auch voll am See. Als wir den Rückweg antraten, kamen uns sicher um die 200 Menschen entgegen, die natürlich alle nur ein Ziel hatten. Wir waren zu diesem Zeitpunkt doch ziemlich froh, bereits am Rückweg zu sein und sich nicht für den besten Spot anstellen zu müssen (das würde ich so oder so nicht machen).
Mein Tipp für alle, die Interesse haben eine Wanderung zum Lago di Sorapis zu unternehmen, man sollte einfach sehr früh Morgen dort sein.

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1 Kommentar

  1. 26. Oktober 2018 / 17:07

    Liebe Sarah,
    ein wunderschöner Bericht über den Sorapis See.
    Da hattet ihr ja richtig Glück mit dem Wetter und auch mit den anderen Besuchern.

    Wir waren im Sommer dort und ich fand ihn auch wirklich mega schön.
    Ein wirklich traumhafter Platz.

    Ganz liebe Grüße
    Sabine
    von http://www.moosbrugger-climbing.com

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