Road Trip durch Marokko: Von Marrakesch nach Taghazout

Road Trip durch Marokko: Von Marrakesch nach Taghazout

Im Dezember (ich kann kaum glauben, dass das schon wieder fast ein halbes Jahr her ist) ging es für uns nach Marokko. Von München aus flogen wir nach Marrakesch und blieben dort nur knapp 2 Tage (hier geht’s zum ersten Teil meines Marokko Travel Diaries über Marrakesch). Anschließend nahmen wir uns ein Mietauto, um von Marrakesch weiter nach Taghazout an die Küste zu fahren. Dort blieben wir nochmals 3 Tage bevor am 23. Dezember unser Rückflug nach Hause wiederum von Marrakesch aus ging.

Wir hatten, wie meistens wenn wir auf Urlaub fliegen, bis auf die Flüge im Vorfeld wieder einmal nichts geplant und organisiert. Für uns stand nur fest, dass wir von Marrakesch aus weiter nach Taghazout fahren wollten. Der Grund dafür lag ganz einfach auf der Hand: wir wollten unbedingt ein paar gute Wellen erwischen und Surfen gehen.

Natürlich hatten wir auch dieses Mal die Kamera dabei und wieder fleißig gefilmt. Entstanden ist ein kurzes Video über unsre Highlights in Marrakesch, allerdings nehmen wir euch im Video auch mit auf unseren Roadtrip durch Marokko.

Die Route: Von Marrakesch nach Taghazout

Das Tolle an Roadtrips ist, dass es im Grunde keine feste Route gibt. Man fährt über Stunden durch unbekannte Landschaft und kann einfach jederzeit stehen bleiben, wo es einem gerade gefällt. Eine Reiseform ganz nach unserem Geschmack, denn großartig viel geplant wurde im Vorfeld nicht. Einzig ein Navi war für uns von essentieller Bedeutung und würde ich unbedingt auch jedem empfehlen, der mit dem Auto in einem unbekannten Land unterwegs ist.
Während in Marrakesch noch Trubel an jeder Straßenecke herrschte, gestaltete sich das Hinterland wesentlich ruhiger und faszinierte durch die atemberaubende Landschaft.

Das Mietauto

Auch beim Mietauto hatten wir im Vorfeld nichts organisiert. Der Roadtrip von Marrakesch nach Taghazout musste also von Marrakesch selbst aus recht spontan organisiert werden. Wir hatten nicht viel Zeit auf die Recherche für Mietautos verschwendet, sondern gleich die, sehr liebe und hilfsbereite Vermieterin unseres Riads in Marrakesch nach Empfehlungen gefragt.

Sie nahm uns die gesamte Organisation ab und vereinbarte für uns ein klimatisiertes Mietauto mit Navi für 4 Tage. Wir wurden am Abreisetag direkt im Riad L’Orchidee abgeholt und zum Auto gebracht. Wir hatten das Auto über das Unternehmen Ramcar mit Sitz in Marrakesch gebucht. Das funktionierte recht gut, da wir mit dem Auto wieder zurück nach Marrakesch kommen würden und es dort ja auch wieder übergeben konnten.

Ramcar kann ich euch wirklich nur wärmstens empfehlen, der Service war wirklich einmalig und der Juniorchef, dem wir am Ende der Reise das Auto wieder übergaben, war super hilfsbereit. Als wir am letzten Abend zurück nach Marrakesch kamen (von dort aus ging dann nämlich wieder der Rückflug), hatten wir noch kein Riad gebucht. Ich fühlte mich an diesem Abend total krank, war einfach nur am Ende und wollte nur noch schlafen. Er half uns ganz schnell und unkonventionell eine Unterkunft zu finden und brachte uns am nächsten Tag selbst noch zum Flughafen.

Diese Art der Hilfsbereitschaft war mir neu in Marokko, denn gerade in Marrakesch hatte ich nicht nur gute Erfahrungen mit den Einheimischen gemacht, dazu erzähle ich euch aber in einem anderen Blogpost über meine Tipps zu Marokko noch mehr.

Atlas Gebirge

Wenn man aus Marrakesch raus in Richtung Küste fährt, zeichnet sich langsam aber sicher die Silhouette des Atlas Gebirge am Horizont ab. Leider hatten wir keine Zeit, um wirklich ins Atlas Gebirge zu gehen, allerdings fand ich es ziemlich beeindruckend durch die glühende Steppenwüste zu fahren, um im Hintergrund den Schnee auf dem Atlasgebirge blitzen zu sehen.

Imintanoute

Wir hatten uns im Vorfeld einfach ein paar Orte auf der Route rausgesucht, an denen wir kurze Stops einlegen wollten. Zu Imintanoute, und bitte nicht verwechseln mit Imindounit gibt’s auch eine ziemlich lustige Geschichte. Ich bin ja nicht gerade mit dem besten Orientierungssinn gesegnet. Nichtsdestotrotz bin ich auf unseren Trips meistens für das Navi verantwortlich, immerhin lenkt mein Freund ja das Auto. 😉 Ich hatte also die verantwortungsvolle Aufgabe den Ort Imintanoute ins Navi einzugeben. So.

Ich gab also die ersten drei Buchstaben ins Navi ein und wählte meiner Meinung nach den richtigen Ort aus. Wir fuhren los und nach rund 30 Minuten lotste das Navi uns auf eine ziemlich unwegsame Straße ohne Asphaltierung und es kamen uns auch erstaunlich wenig Autos unter. Nach weiteren 30 Minuten durch das hinterste Hinterland Marokko’s kam es meinem Freund dann doch etwas komisch vor, dass das Atlas-Gebirge immer näher kam. Stattdessen hätten wir eigentlich einfach nur daran entlang fahren sollen. Es stellte sich also heraus, dass ich den falschen Ort ausgewählt hatte. Wir waren am besten Weg nach Imindounit, anstelle von Imintanoute. 1 Stunde in die falsche Richtung – kann man ja mal machen 😉

Als wir endlich wieder zurück auf der richtigen Route nach Taghazout waren, führte uns unsere Route doch noch am richtigen Imindounit vorbei. Ehrlich gesagt, kann ich euch jetzt gar nicht mehr genau sagen, warum wir dort stoppen wollen. Ich glaube hauptsächlich lag es daran, dass wir die Kulisse der Stadt von Weitem als Fotohintergrund so toll fanden.

Zwischenstopp am Stausee Barrage Abdelmoumen

Auch den Barrage Abdelmoumen hatten wir entlang des Weges über Google Maps entdeckt und wollten unbedingt einen kurzen Stopp einlegen. Der Barrage Abdelmoumen ist ein riesiger Stausee im Südosten von Marokko, der für die Bewässerung und die Stromerzeugung rund um die Gegend von Agadir eingesetzt wird.
Marokko wird nicht umsonst, ‘das Land der tausend Landschaften’ genannt. Ich muss echt sagen, ich hab selten so viele unterschiedliche Landschaftsbilder in so kurzer Zeit gesehen, wie auf unserem Roadtrip. Von daher kann ich es eigentlich jedem nur empfehlen einen Ausflug ins Hinterland von Marokko zu machen.

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Taghazout: Fischerdorf und Surfspots

Nach über 5 Stunden Fahrt, zig Fotostopps und Klopausen erreichten wir endlich das kleine Fischerdörfchen Taghazout. Aber bereits, wenn man in den Ort fährt, ist ganz schnell klar mit Marokko selbst hat dieser Ort nicht mehr viel zu tun. Links und rechts neben der aufgerissenen Straße reiht sich ein Surfshop neben dem anderen und auch die leichtbekleideten Touristen lassen darauf schließen, dass man endgültig an einem Touristenort angekommen ist. Als wir im Dezember 2017 dort waren, fand ich es einfach nur unglaublich, wie rund um das kleine Örtchen gebaut wird. Ich glaube ich hab selten so viele Kräne auf einmal gesehen. Der Tourismus boomt und ich würde jedem raten noch in den nächsten Jahren nach Taghazout zu fahren, denn wenn all diese Bauarbeiten abgeschlossen sind, dürfte der Ort nicht mehr viel von seinem ehemaligen Flair haben.

Taziri Surf House

Nichtsdestotrotz ist der Ort selbst ein typischer Surfspot. Man trifft eigentlich auch nur entspannte Leute, die sich hauptsächlich darüber unterhalten wie der Swell in den kommenden Tagen sein wird. Wir hatten über booking.com das Taziri Surf House gebucht (ich hab aber eben gesehen, dass es aktuell nicht mehr buchbar ist, weiß leider auch nicht warum). Die Unterkunft war wirklich super basic (schaut euch unser Video an :P) und auch echt günstig. Aber es wurde uns allerhand Programm geboten. Wir konnten morgens und abends an Yoga-Sessions auf der Dachterrasse des Surf House teilnehmen und das Frühstück gemeinsam mit den anderen Bewohnern des Surf House war auch echt immer unterhaltsam und lustig.

Das l’Auberge ist ein Hotel und Café am Strand von Taghazout. Wir haben dort zwar nicht gewohnt, aber das Essen kann ich euch nur empfehlen. Wir waren einmal am Abend dort und genossen die traditionellen marokkanischen Speisen und ein weiteres Mal morgens zum zweiten Frühstück nach dem Surfen.

Yoga-Einheit am Dach des Taziri Surf House in Taghazout, Marokko

Kamelreiten am Strand von Taghazout

Die Surf Spots in Taghazout

Wer mich kennt weiß, dass ich eine ziemliche Frostbeule bin. Bereits vor dem Abflug nach Marokko fühlte ich mich nicht ganz fit und dementsprechend angeschlagen war ich auch auf der gesamten Reise. Ihr könnt euch also vorstellen, wie viel Freude es mir bereitete in das 17 Grad kalte Wasser des Atlantiks zu steigen? 😉 Ich muss also schon sagen, dass ich prinzipiell lieber die “Warmwasser”-Surferin bin, wo ich mich auch nicht unbedingt in den Neopren quälen musste (ja ich weiß mimimimi). Aber für zwei kurze Sessions bewegte auch ich mich dann ins Wasser 😛

Insgesamt blieben uns nur 2 ganze Tage in Taghazout. Was natürlich viel zu wenig ist, um wirklich surfen zu gehen, aber wir wollten die Gelegenheit nicht verpassen und trotzdem kurz aufs Brett springen. Den Ersten Tag verbrachten wir am Surfspot Panorama Point gleich neben Taghazout, am zweiten Tag schauten wir uns den Spot La Source an. Beide Spots sind für Anfänger und leicht fortgeschrittene Surfer geeignet. Aber wer ausführliche Berichte zu den verschiedenen Surfspots rund um Tagahzout sucht, sollte unbedingt bei den Surfnomaden vorbeischauen.

Surfboards

Stefan und ich haben beide keine eigenen Boards und leihen uns eigentlich immer welche direkt vor Ort aus. Wir haben uns unsere Bretter über das Taziri Surf House organisieren lassen und ca. 10 Euro pro Person pro Tag bezahlt. Da wir die Bretter nur zwei Tage brauchten war der Preis für uns Nebensache, wer länger bleibt kann sicherlich direkt bei den Surfshops bessere Konditionen verhalten. In Taghazout gibt es eigentlich an jeder Ecke Shops, die Surfboards verleihen.

Nachtleben und Alkohol in Taghazout

Wer auf der Suche nach großen Parties ist, ist in Taghazout an der falschen Adresse. Natürlich veranstalten die Surfschulen und Surf Houses immer wieder Parties, diese finden allerdings im “privaten” Rahmen statt. In den Lokalen und Bars wird aufgrund des Glaubens nämlich kein Alkohol ausgeschenkt. Stefan und ich fanden es eigentlich mal ganz angenehm, denn wir haben den gesamten Urlaub über keinen Schluck Alkohol getrunken. Stattdessen gab es zu jedem Essen traditionellen Minztee.

Essaouira

Am Rückweg nach Marrakesch änderten wir die Route und fuhren an der Hafenstadt Essaouira vorbei. Dort legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein und hatten aber eigentlich nur Zeit, kurz etwas zu essen. Leider, denn gerade die Medina (Altstadt) von Essaouira ist unbedingt einen Besuch wert, immerhin war sie auch mal Location für “Games of Thrones”. Essaouira gehört seit 2001 auch zum UNESCO Weltkulturerbe.

Mein Fazit zum Road Trip durch Marokko

Wir hatten im Grunde genommen insgesamt nur 5 Tage in Marokko zur Verfügung und so im Nachhinein betrachtet, ist das eigentlich viel zu wenig Zeit. Nichts desto trotz haben wir die Zeit in Marokko wirklich effektiv genützt und versucht uns in kurzer Zeit so viel wie möglich anzusehen. Wenn ich das nächste Mal nach Marokko fahre, würde ich unbedingt noch einen Abstecher in die Wüste machen wollen, um dort eine Nacht zu verbringen.

Marokko bot sich für uns als Reiseziel an, denn wir wollten dem kalten Winter in Österreich nochmals für ein paar Tage entfliegen und im Dezember noch ein wenig Sonne tanken. Die Flugzeit von knapp 4 Stunden ist auch überschaubar, weshalb sich auch ein kurzer Trip bereits lohnt.

Preislich hatten wir es uns ein bisschen günstiger vorgestellt, allerdings haben wir aufgrund der kurzen Zeit, die wir dort waren so gut wie keine Zeit mit Vergleichen der Preise verbracht. Ich denke mit ein wenig mehr Vorbereitung und Vergleichen im Vorfeld kann man definitiv günstiger aussteigen, als wir es letztendlich taten.

Alles in allem hatten wir eine tolle und aufregende Zeit in Marokko und vor allem der Road Trip nach Taghazout brachte jede Menge Abwechslung. Vor allem, weil wir dadurch die Möglichkeit hatten in wirklich kurzer Zeit einiges vom Land zu sehen und die eindrucksvolle Landschaft bewundern konnten.

Wie gefällt euch der Beitrag zu unserem Road Trip von Marrakesch nach Taghazout und welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Schreibt mir sehr gern an sarah@liebreizend.com.

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2 Kommentare

  1. 8. Juni 2018 / 18:23

    So ein schöner Blogpost, da möcht ich am liebsten auch sofort in den Flieger steigen und ans Meer zum Surfen und einfach alles genießen.
    Bis zum nächsten Urlaub dauerts noch ein bisserl – leider. Aber daheim ist auch ganz schön 😉
    Einen nachträglichen Geburtstagswunsch aus Salzburg!
    Alles Liebe, Marlene

    • Sarah
      Sarah
      Autor
      12. Juni 2018 / 15:39

      Vielen Dank, Marlene – das freut mich sehr 🙂
      Bis bald, ganz liebe Grüße,
      Sarah

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